Yiddish Summer Weimar - Deutschlands profiliertestes Festival jiddisch-jüdischer Musik - 2008: 10. Juli bis 15. August.

The Other Europeans

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Vom 12. bis 14. Juli präsentiert der Yiddish Summer ein dreitägiges Symposium über jiddische und Roma-Musik und -Kultur, in dem renommierte Anthropologen, Historiker, Musikwissenschaftler und Musiker in Vorträgen und Diskussion zu erleben sein werden. Dieses Symposium wird jedem, der an jiddischer oder Roma-Kultur oder an der Idee von nationalen und transnationalen Identitäten interessiert ist, wichtige Impulse geben können.

 

12. - 14.  Juli 2008: Symposium "The Other Europeans"

 

Referenten:

Kalman Balogh (Ungarn)

Diana Bunea (Moldawien)

Claude Cahn (Schweiz)

Bob Cohen (Ungarn)

Zev Feldman (USA/Israel)

Ruth Ellen Gruber (Italien)

Ivan Ivanov (Belgien)

Slawomir Kapralski (Polen)

Zola Kondur (Ukraine)

Harry Stein (Deutschland)

Yale Strom (USA)

Janina Wurbs (Deutschland)
 

Teilnahmegebühren 60 € bzw. 40 € (ermäßigt),

[Rabatte möglich, siehe: 'Teilnahmebedingungen']

 

Diana Bunea (Ethno-Musikwissenschaftlerin, Moldawien)

ist promovierte Ethno-Musikwissenschaftlerin und hat eine Professur für Folklore an der Musikakademie Kishinev, Moldawien. Ihr Hauptinteresse gilt der Volksmusik innerhalb moderner Gesellschaften, dem Phänomen Folklore im 20. Jahrhundert, traditionellen populären Überlieferungen und der Musikkultur anderer Nationen. Ihre Arbeiten beinhalten Untersuchungen zu traditionellen rumänischen Festlichkeiten, zu strukturellen Problemen innerhalb der Folklore-Szene und zur Tradition der (Roma) Fiddler in Moldawien.

 

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Claude Cahn (Menschenrechtler, Schweiz)

ist Chef der Rechtsabteilung des Centre on Housing Rights and Evictions (COHRE), einer global agierenden Menschenrechtsinitiative mit Sitz in Genf. Zwischen 1996 und 2007 war er Programmdirektor des European Roma Rights Centre (ERRC), einer öffentlichen, internationalen Interessenvereinigung von Juristen, die die systematischen Menschenrechtsverletzungen an den europäischen Romas beenden will. Seine Spezialgebiete dort waren Ursachenforschung und Einsatzmanagement, internationale Institutionen, Menschrechtsgesetzgebung und Politik, Methodenüberwachung, Politik- und Rechtsanalyse sowie die Beratung der Roma-Gemeinschaften in öffentlichen Angelegenheiten. Hauptbetätigungsfelder des ERRC beinhalteten die Politikberatung der Europäischen Union in Fragen der Roma-Rechte, Einflussnahme auf die Gestaltung der europäischen Menschrechtsgesetzgebung in Bezug auf Wohnrechte, die Sicherung einer angemessenen Entschädigung von Opfern von Zwangssterilisierungen und die Überzeugungsarbeit gegenüber den Ländern Zentral- und Osteuropas, in deren Schulsystemen die Rassentrennung aufzuheben. Seit 2004 ist er in der Kampagne “Optional Protocol to the International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights” aktiv. Seit er für COHRE arbeitet, berät er in Menschenrechtsfragen und bereitet die erste Runde des universellen periodischen Rechenschaftsberichts vor.

 

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Zev Feldman (Historiker, Musiker, Musikwissenschaftler / USA/Israel)

ist sowohl auf dem Gebiet ottomanisch-türkischer Musik als auch jüdischer Musik einer der führenden Wissenschaftler und Interpret des Klezmer-Seiteninstrumentes Tsimbl. Mitte der 1970er Jahre studierte er zusammen mit Andy Statman bei Dave Tarras und wurde so einer der Mitbegründer des Klezmer Revivals. Während dieser Zeit machte er mit seiner LP „Jewish Klezmer Music“ (1979) die Tsimbl in der Klezmermusik wieder bekannt. Heute spielt er u.a. im Ensemble KHEVRISA. Aufgewachsen mit traditionellem aschkenasischen, griechischen und armenischen Tanz erforschte und lehrte er während der 1970er Jahre türkischen Volkstanz. Feldman ist als Lehrer und Performer aschkenasischen Tanzes tätig und leitet Workshops in den USA, Kanada, England, Deutschland und Israel. Zev ist ständiger Gastdozent der Bar-Ilan University (Tel-Aviv) und Forschungsmitglied des Center for Jewish Music Research at the Hebrew University in Jerusalem. Er war Co-Autor des Medimuses Projekts für Modale Musik des Mittelmeerraums im Auftrag der EnChordais School in Thessaloniki. 2004 war er mitverantwortlich für die erfolgreiche Bewerbung der türkischen MEVLEVI DERVISHES für die Ausschreibung der UNESCO zur Bewahrung mündlich überlieferter Kunstwerke im Rahmen des Programms „heritage of humantity“. 2003 kuratierte er die Konzertreihe “The Revival of Klezmer and Yiddish Music in New York” am CUNY Graduate Center. Er war künstlerischer Leiter für Jüdische Musik in der 92nd Street New York City und als Programmdirektor für die Reihen “Music and Dance of the Jewish Wedding” (2004-2007) und "Music of the Mystics"(2005) verantwortlich. Heute unterrichtet er an der Rubin Musikakademie in Jerusalem. [Photo © by David Kaufman]

 

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Ruth Ellen Gruber (Kulturwissenschaftlerin, Publizistin / Italien)

ist eine in Europa lebende amerikanische Schriftstellerin. Sie veröffentlichte unter anderem folgende Bücher: „Letters from Europe (and Elsewhere)“, „National Geographic Jewish Heritage Travel: A Guide to Eastern Europe“ und „Virtually Jewish: Reinventing Jewish Culture in Europe.“ Artikel von Ruth erschienen u.a. in der „New York Times“, der „International Herald Tribune“ oder bei der Jewish Telegraphic Agency (JTA). Sie erhielt den Rockower awards for Jewish journalism, ein Guggenheim Fellowship und NEH Summer Stipendium, um das Bild des amerikanischen Westens aus europäischer Sicht zu untersuchen. [Foto: Amalie R. Rothschild]

 

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Ivan Ivanov (Menschenrechtsexperte, Jurist / Belgien)

ist Direktor des European Roma Information Office (ERIO). Als Anwalt des in Budapest ansässigen European Roma Rights Centers war er fünf Jahre lang in die vorbereitenden Recherchen und die Etablierung grundlegender Menschenrechtsfragen in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Gerichtshof und verschiedener nationaler Gerichte Zentral- und Osteuropas involviert. Von 1996 bis 98 arbeitete er als Rechtsberater für das Human Rights Project, einer im bulgarischen Sofia agierenden nationalen Organisation zum Schutz der Menschenrechte. In dieser Zeit war er für eine Reihe von strategisch wichtigen Gerichtsverfahren und für verschiedene richtungsweisende Gesetzesinitiativen zuständig.
Ivan Ivanov hat einen Abschluss als Mediziner und als Jurist. Von 1999 bis 2000 war er Stipendiat der juristischen Fakultät der Columbia University in New York und spezialisierte sich dort auf Internationale Menschrechte und Anti-Diskriminierungsgesetze. Er veröffentlichte verschiedene Publikationen zu den Themengebieten Diskriminierung, Zugang zu Bildungsmöglichkeiten sowie Gesundheitsvorsorge.

 

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Slawomir Kapralski (Soziologe und Philosoph / Polen)

studierte Soziologie und Philosophie an der Jagelonen Universität Krakau, Polen, wo er seinen Magister und Doktor machte. Er unterrichtete an dieser Universität bevor er Mitglied der Central European University wurde, an der er seit 13 Jahren an allen ihren Standorten (Prag, Warschau und Budapest) lehrt. Er war Gastprofessor an der Universität Bielefeld und der Universität Chicago, Gast des Instituts der Wissenschaft vom Menschen Wien, des Wissenschaftsbildungszentrums Berlin sowie des Max Planck Instituts für Anthropologie Halle. Derzeit ist er Dozent der School of Social Psychology und Associate Professor of Sociology am Centre for Social Studies der polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau. Seit Ende der 80er Jahre war er in verschiedene Forschungsprojekte und Bildungsinitiativen im Zusammenhang mit polnisch-jüdischen Beziehungen und Roma-Gemeinschaften in Ost- und Zentraleuropa involviert. Sein Forschungsschwerpunkt fokussiert sich auf Nationalismus, Ethnizität und Identität, kollektive Erinnerung, Antisemitismus und Roma-Kultur. Er ist Mitglied der Gypsy Lore Society.

 

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Zemfira “Zola” Kondur (Menschenrechtlerin und Roma-Aktivistin / Ukraine)

wurde 1976 in der Nähe von Odessa (Ukraine) in eine traditionelle Roma-Familie geboren. Anders als für die meisten Roma üblich, studierte ihr Vater an der Universität und erhielt dort zwei akademische Abschlüsse. Bildung war in der Kondur-Familie sehr wichtig und Zolas Mutter setzte trotz der vorherrschenden Diskriminierung durch, dass ihre drei Kinder die englischsprachige Schule in Odessa besuchen konnten. Zu dieser Zeit waren die Kinder der Kondur-Familie die einzigen Romas, die einen Schulabschluss machen konnten. Zola schrieb sich an der staatlichen Pädagogischen Hochschule ein und macht ihren pädagogischen Abschluss in russischer Sprache, Literatur und Kulturwissenschaften.

1993 gründete Zola mit ihrer Familie gemeinsam die Izmail Roma Association, die sich für die Rechte der Roma in der südlichen Ukraine einsetzt. 1997 wurde Zola die Leiterin der an die Association angegliederten Sonntagsschule. Als Antwort auf die fehlenden Angebote für Roma-Mädchen war sie im Jahr 2000 mit dem Chiricli International Roma Women’s Fund an der Gründung einer Interessenvertretung osteuropäischer Roma-Frauen beteiligt. Als deren Vizepräsidentin sind ihre wesentlichsten Arbeitsgebiete die Bereitstellung adäquater Bildungsangebote für Roma-Mädchen und Frauen sowie eine angemessene Gesundheitsvorsorge für sie und ihre Familien.

 

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Yale Strom (Regisseur, Komponist, Musiker, Fotograf / USA)

gilt als Pionier unter den “klezmer bale-Kulturniks” (kulturellen Widerentdeckern) und leitete seit 1981 in Zentral- und Osteuropa sowie auf dem Balkan umfangreiche Feldforschungen unter jüdischen und Roma-Gemeinschaften. Ursprünglich hatte er sich auf die Erforschung der Aufführungspraxis von Klezmermusik bei jüdischen und Roma-Musikern spezialisiert. Inzwischen untersucht er alle Aspekte dieser beiden Kulturen – angefangen in der Nachkriegszeit bis heute. In den letzten beiden Jahrzehnten wurde Yale zu einem der führenden künstlerisch und wissenschaftlich arbeitenden Ethnographen im Klezmerbereich. Er veröffentlichte 10 Bücher (z.B. The Book of Klezmer, Uncertain Roads: Searching for the Gypsies), 12 CD’s (z.B. Cafe Jew Zoo, Borsht with Bread Brothers, Absolutely Klezmer Vol. 2), 7 Dokumentarfilme (z.B. The Last Klezmer, L'Chayim Comrade Stalin!) und zeigte mehrere Fotoausstellungen.
www.yalestrom.com

 

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Janina Wurbs (Jüdische Studien, Deutschland)

erkundet seit mehreren Jahren die Jiddischszene. Angefangen bei der Teilnahme an Seminaren zu jiddischer instrumentaler und vokaler Musik über einen einjährigen Aufenthalt bei der Dichterin Beyle Schaechter-Gottesman in New York bis hin zur Durchführung von Interviews auf Jiddisch im Rahmen einer ethnologischen Exkursion nach Czernowitz (Ukraine) im letzten Sommer, vertiefte sie sich in die unterschiedlichsten Facetten jiddischer Kultur. Auf ihren Wegen besuchte sie u.a. die Chassidim im Borough Park, studierte jiddische Sprache und Literatur bei Miriam Hoffman (Columbia University) und Dovid Roskies (Jewish Theological Seminary).
Vom Studium der Jüdischen Studien, Religionswissenschaften und Geschichte an der Universität Potsdam her kommend, versucht sie, ihre Tätigkeiten mit Jiddisch und jüdischer Musik zu verbinden: sei es in der Mitarbeit im Projekt zu den Musikkollektionen Sofia Maggids und Moshe Beregovskis an der Universität Potsdam, in der Digitalisierung der Stonehill-Kollektion (Feldaufnahmen überwiegend jiddischer Lieder) im New Yorker YIVO, in Recherche und Übersetzungen jiddischer Lieder vom Jiddischen ins Deutsche, als supertitle operator in der Folksbiene (Jiddisches Theater in NY), der Miterstellung englischer Untertitel Boris Sandlers Interviewfilms mit der jiddischen Schriftstellerin Shira Gorshman, der Erstellung eines Werkverzeichnisses der jiddischen Theatergröße Jacob Gordin oder der Veröffentlichung ihrer Photographien in den jiddischen Periodika „Forverts", „Afn Shvel" und „Di Tsukunft".

 

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PDF-Downloads

Anmeldeformular Symposium

Teilnahmebedingungen Symposium

Übersicht YSW 2008 

Projektpartner 

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und der Gedenkstätte Buchenwald.

Ablauf 

Den konkreten Zeitplan sowie die Themen der einzelnen Referenten des Symposiums finden Sie hier [PDF].

 

 

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